GLAUBE IM WOHNZIMMER: WO ZWEI ODER DREI...

Was als Hauskirche begann, trug den Wunsch in sich, eine Gemeinschaft zu schaffen, in der Gottes Gegenwart lebendig wird. Es entwickelte sich ein Ort, an dem Heilung, Lobpreis und Begegnung mit Gott den Alltag prägten, inspiriert von der frühen Kirche in Apostelgeschichte. Und so wuchsen diese kleinen Treffen über kulturelle Grenzen hinweg und bieten besonders Tamilen einen Raum der Offenheit und Herzensheilung.

Im Jahr 2020 begann für meine Frau Danuxy und mich eine Reise, die unser Leben und unseren Glauben für immer verändern sollte. Zuhause bei Freunden in Solothurn starteten wir eine Hauskirche. Geleitet vom Wunsch: Das Formen einer Gemeinschaft, die Gottes Herz widerspiegelt und die Apostelgeschichte 2 lebendig werden lässt. Keine gewöhnlichen Treffen, kein blosses Programm. Eine lebendige, ehrliche Glaubensgemeinschaft, in der Gott selbst im Mittelpunkt steht und die Beziehung zu ihm und zueinander als Fundament.

Unser Anliegen war es, einen Raum zu schaffen, in dem man Gott als Vater, Sohn und Heiligen Geist in ihrer Dreieinigkeit erlebt. Wir wollten eine Gemeinschaft, die nicht nur über Gott spricht, sondern in der sich seine Gegenwart manifestiert. In der Zeichen und Wunder geschehen. Ehrfurcht und Freude Hand in Hand gehen. Dabei trafen wir uns nicht nur sonntags, sondern auch unter der Woche.

 

Lebensstil nach Apostelgeschichte 2

Apostelgeschichte 2, 42-47 beschreibt eine frühe Kirche, die nicht nur Organisation war, sondern Lebensstil. Sie war Gemeinschaft im wahrsten Sinne des Wortes: Gemeinsam in der Lehre der Apostel, im Gebet, bei den Mahlzeiten, in innigster Verbundenheit. Sie verkauften Besitz, teilten alles, was sie hatten und lebten mit Hingabe, Freude und tiefer Ehrfurcht. Sie hörten nicht auf, Gott zu loben, waren angesehen bei den Menschen und täglich fügte der Herr neue Menschen hinzu, die gerettet wurden.

Wenn ich diese Passage lese, spüre ich die Kraft und die Dynamik, die von einer Gemeinschaft ausgeht, die im lebendigen Glauben lebt. Die ersten Gläubigen waren keine Menschen, die nur in die Kirche gingen – sie waren die Kirche selbst. Diese Vision inspirierte uns, Räume zu schaffen, in denen jeder in seiner Berufung läuft. Nur gemeinsam, wenn jeder seinen Teil lebt, wird die Fülle Gottes spürbar.

 

Gelebte Gemeinschaft

An bestimmten Sonntagen wiesen unsere Treffen klare Strukturen auf, doch die Offenheit, einfach zusammenzukommen und zu schauen, was Gott bereithält, war stets präsent. Einmal beschlossen wir spontan, einander Bibelverse vorzulesen, diese zu studieren und darüber auszutauschen. Die Treffen waren geprägt von einer inneren Erwartung und einem hungrigen Herzen nach einer Gottesbegegnung.

Ein anderes Mal beteten zwei Menschen füreinander, ganz im Vertrauen, dass Gott heilend wirkt. Im selben Moment begann eine andere Person ein Lobpreislied zu singen und alle stiegen mit in die Anbetung. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer Frau, die Befreiung brauchte. Während wir sprachen, beteten zwei weitere im Hintergrund und die Gegenwart Gottes machte die Frau frei und hüllte sie in seine Liebe. Auch physische Heilungen erlebten und erleben wir immer wieder. Diese bewegenden Momente hallen lange in unseren Herzen nach.

Von der Hausgemeinde zur Kirche

Unsere internationale Gemeinschaft wuchs. Nur Danuxy und ich kamen aus Sri Lanka, doch durch den Wandel von der Hauskirche zur Gemeinde sind weitere Tamilen dazugestossen. Wir mieteten eine Bürofläche, um mehr Platz zu schaffen, doch das Herz blieb das gleiche: Eine offene, ehrliche Bewegung, in der jeder seinen Platz hat. Die Werte der Hauskirche – Offenheit, Gemeinschaft, Teilen, Liebe – haben wir bewahrt. Dafür bin ich zutiefst dankbar.

Kinder wachsen in ihrem Glauben

Unser Wunsch ist es, Kinder schon früh mit der Realität Gottes vertraut zu machen und sie zu befähigen, Jesus persönlich zu erleben: im Lobpreis, im Gebet, im Outreach. Für viele Familien entsteht so ein echter Mehrwert. Es berührt, wenn Kinder anfangen, Jesus zu hören und voller Hingabe füreinander zu beten. Ohne dass es ihnen jemand beibringt. Halleluja! Eine neue Generation ist am Entstehen, die die Liebe Gottes sichtbar macht.

Ein geistliches Zuhause für Tamilen

Wir wissen, dass das Teilen persönlicher Erlebnisse eine wunderbare Erfahrung der Heilung und des Wachstums ist. Für Tamilen ist es oft schwierig, ihr Herz zu öffnen – kulturell bedingt, weil Schwäche den Ruf gefährdet. Viele Tamilen in der Schweiz sind geflüchtet, haben Gewalt, Unterdrückung, Bürgerkrieg und strenge Eltern erlebt. Alles mussten sie in der neuen Heimat neu lernen: Sprache, Leben, Vertrauen.

Bei uns ist das Gegenteil gefragt. Hier darf man sich öffnen, Gott radikal wirken lassen. Wir haben eine Atmosphäre des Vertrauens, der Ehre und Ermutigung geschaffen. Heute ist es möglich, dass Menschen ihre persönlichen Geschichten erzählen, ohne Angst vor Verurteilung. Liebe wird sichtbar, echte Gemeinschaft entsteht, weil wir Gottes Liebe im Herzen tragen und weitergeben. 3. Johannes 1,2 beschreibt treffend: «Mein Lieber, ich wünsche dir in allen Dingen Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohl geht!» Ich bin überzeugt, dass Gott unsere Herzen heilen will, damit seine Herrlichkeit sichtbar wird.

Der Weg der Herzensheilung

Als Kirche sind wir auf einer intensiven Herzensheilungsreise. Wir schauen persönliche Fragen an, lassen den Heiligen Geist Dinge aufdecken, erleben Momente der Versöhnung und Vergebung. Besonders bei jungen Menschen sehen wir, wie Jesus sie radikal verändert. Sie finden ihn, begegnen ihm und lassen sich von ihm heilen. Diese Reise ist keine einfache, aber so notwendig! Denn nur in der wahren Gemeinschaft, im Licht der Liebe Gottes, können wir frei sein.

Ich bin von Herzen dankbar für das, was Gott in unserer Gemeinschaft tut. Für die Heilung, für die Transformation, für die neue Generation, die aufsteht, um seine Liebe in die Welt zu tragen.

Jeremy und Danuxy Joseph

Jeremy und Danuxy sind seit 2020 mit der SMG im Einsatz. Sie sind im pastoralen Amt tätig und ihr Herz schlägt dafür, dass Menschen zu Jesus finden und in der Schweiz einen Unterschied bewirken. Sie begleiten Leute eng im Leben und bilden sie darin aus, Jünger Jesu zu werden. Ihr Herzenswunsch ist es, dass in allen Einflussbereichen Gott bekannt wird – in Regierung, Wirtschaft, Bildung, Familie, Religion, Kunst und Unterhaltung und den Medien.

https://www.youtube.com/watch?v=V2bR5uu6AuI

Jeremy war als Jugendlicher alkohol- und drogenabhängig. Heute arbeitet er als Pastor und führt Menschen in eine Beziehung zu Gott. In einem SMG-Testimonial erzählt Jeremy von seiner bewegenden Geschichte

#SMG, Projekt 138301 - Unterhalt Joseph J. und D.

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